Muschelfischer in Ratzeburg

Im Zuge der Baumaßnahme „Südliche Sammelstraße" wurde in einem Fachbeitrag zum Bebauungsplan 55 geklärt, inwieweit die Umsetzung des Bauvorhabens sich auf Flora und Fauna auswirken kann.

Zur naturschutzfachlichen Einschätzung wurde das Planungsbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie „Planula" beauftragt, Erhebungen der Vegetation sowie des „Makrozoobenthos" (wasserlebende, wirbellose Tiere) durchzuführen sowie weitere Untersuchungen beispielsweise zur Erfassung von Fledermausbeständen vorzunehmen.  Ein Ergebnis dieser Analysen war, dass der Muschelbestand im Bereich des Durchflusses zwischen Domsee und Stadtsee vor Beginn des baulichen Eingriffs geborgen werden sollte.

Diese ökologische Fachmaßnahme wurde nun in einem ersten Arbeitsschritt durch die Experten des Büros „Planula"  begonnen. Alle vom Boot erreichbaren Großmuscheln, überwiegend der Gattung der „Gemeinen Teichmuschel" (Anodonta anatina) zugehörig, wurden aus dem Gewässer geborgen, eine aufwändige Aufgabe, die durch den über weite Strecken mit Steinen, Schutt und auch Müll überdeckten sandigen Untergrund im Verbindungskanal stark erschwert wurde.

Im Ergebnis zeigte die schwierige Befischung, dass nur Teile der Population auf diese Weise gesichert werden konnte. Daher soll in einem zweiten Schritt nach der für den Brückenbau vorgesehenen Trockenlegung des Stichkanals die verbliebenen Muscheln per Hand abgesammelt, bestimmt und umgesetzt werden.

Die „Gemeine Teichmuschel", die zur Familie der Flussmuscheln  (Unionidae) gehört, kommt in Nord- und Mitteleuropa im sandigen Boden leicht fließender Süßgewässer vor und steht unter Naturschutz. Als Bodentier ist sie mit ihrem Fuß im weichen oder sandigen Boden verankert und kann sich dort langsam fortbewegen. Sie wühlt dabei den Bodengrund auf und saugt den hochgewirbelten Bodensatz auf, um Nahrung auszufiltern.

 

 
 
 

 

 
 
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