Brückenschlag von der Seestraße an das bereits fertig gestellte Brückenbauwerk am Königsdamm
500 Tonnen Koloss aus Stahl hievte Brückenteile hinein

Ratzeburg - Es war eine logistische Meisterleistung - und alle eingebauten Brückenteile passten genau. Ab Mittwochvormittag war begonnen worden, die ersten von insgesamt acht in Rostock vorgefertigten Brückenelementen für die neue Seestraßenbrücke in ihre endgültige Position zu heben.


Nur eine Stunde brauchten die Bauarbeiten für das Einsetzen jedes Brückenelement

Dafür musste zuvor am Dienstagvormittag ein gewaltiger Teleskopkran, der eine Tragelast von 500 Tonnen bewältigen kann, aufgebaut werden. „Der achtachsige Mobilkran wiegt 100 Tonnen", sagte Kranführer Frank Richter. „Um das auf sechs weiteren Schwertransportern mitgeführte 180 Tonnen schwere Zubehör inklusive Ballastgewicht zu montieren, war ein zweiter 130 Tonnen Mobilkran nötig", so Frank Richter weiter.


Kranführer Frank Richter (50) in der Kabine des 500 Tonnen Mobilkrans bringt die Brückenteile in Position


Seinen Job möchten vermutlich nicht nur kleine Jungs haben, auch erwachsene Männer kamen bei dem Anblick des rund 3 Millionen teuren Mobilkrans am Mittwoch in schwärmen. Die Aufbauarbeiten nahmen den gesamten Vormittag in Anspruch. Die rote Kranspitze war schließlich aus der Ratzeburger Vorstadt sowie vom St. Georgsberg gut sichtbar. Viele Technikbegeisterte ließen es sich daher nicht nehmen und verfolgten die spannenden Arbeiten am Königsdamm.

  
(vl.) Hans-Adolf Dührkop aus Sierksrade  und Daniel Wachholz aus Ratzeburg

Ich wohne in Sierksrade habe aber heute bei einer Bekannten in Ratzeburg übernachtet, um de Kranarbeiten zu fotografieren", sagte Hans-Adolf Dührkop.  „Alles passte millimetergenau, dass ist wirklich beeindruckend", sagte Daniel Wachholz, der eigentlich bei seiner Mutter pflastern wollte aber sich die Zeit nahm um den gewaltigen Telekran einmal live zu sehen. „So was sieht man nicht alle Tage".

Die eingebauten nördlichen Brückenelemente sind jeweils 15 Meter lang, 2,50 Meter breit und 30 Tonnen schwer.", sagte Stadtpressesprecher Mark Sauer. „In jeden Element sind zwei Tonnen Bewehrungsstahl eingebaut", so Mark Sauer weiter.

Frank Richter, der seit sieben Jahren Kranführer ist, setzte jedes Brückenteil mit höchster Konzentration an die vorgesehen Stelle. „Weil ich in meiner Krankabine etwa 45 Meter vom eigentlichen Bestimmungsort entfernt sitze, bekomme ich meine Anweisungen per Funk", sagte der 50-jährige Hamburger. Zum Steuern des riesigen Koloss braucht Richter nur zwei Joysticks, dafür aber jede Menge Fingerspitzengefühl.

Mit den eingesetzten Brückenteilen wird die Anbindung von der Seestraßenbrücke zum neuen Brückenbauwerk am Königsdamm geschaffen.


Das letzte Brückenteil wird gesetzt
Brückenbauingenieur Sören Böller (Mitte) erläutert das Setzen der Seestraßenbrücke

Nach dem nun alle acht Brückenelemente eingehoben sind, wird die Brücke in den nächsten Tagen teilweise eingeschalt und weiteres Bewehrungseisen eingebaut. Anschließend daran wird die gesamte Fläche dann wieder mit Beton geschüttet.

Text und Fotos: Christian Nimtz

 

 
 
 

 

 
 
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